Sonntag, 8. April 2018

[Rezension] 1984 – George Orwell



     Autor: George Orwell
     Genre: Dystopie
     Orginaltitel: 1984
     Preis: 12 €
     Einband: Taschenbuch
     Seitenanzahl: ca. 381
     Altersempfehlung: ab 14
     ISBN: 978-3548234106
     Erscheinungsdatum: 1. Juni 1994
     Übersetzerin: Michael Walter
     Verlag: Ullstein Taschenbuch
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Erst einmal möchte ich etwas über meine Leseerfahrung sagen: Langweilig, weggelegt, gefesselt.
Nach den ersten paar Seiten habe ich das Buch vor einem Monat ungefähr weggelegt und nicht weitergelesen und mir andere Bücher vorgeknöpft. Dann jedoch habe ich mir das Buch wieder geschnappt und war vollkommen gefesselt. Nicht nur von der Welt, die mir vorher noch zu langatmig beschrieben wurde, sondern auch von den Charakteren. Ich muss schon sagen, dass man sich in den Schreibstil sehr hineinlesen muss, da man manche Sätze doppelt liest, um sie in ihrer Vollkommenheit zu verstehen. Doch am Ende lässt mich dieses Buch mit einem inspirierenden und auch einem traurigen Gefühl zurück. Mein Lieblingszitat möchte ich euch noch gerne mitgeben, bevor ihr diese Kritik lest:

Freiheit bedeutet die Freiheit, zu sagen, dass zwei und zwei vier sind
(1984, George Orwell, Ullstein Taschenbuch, 42. Auflage 2017)

Jetzt geht es aber los mit der Kritik!

1.     Handlung: 1984 schildert die düstere Dystopie eines totalitären Überwachungsstaates. Die Handlung spielt in Ozeanien im Landfeld 1, dem früheren England. In Ozeanien unterdrücken der „Große Bruder“ und die Innere Partei die Äußere Partei und die Proles (die normale Bevölkerung). Man darf nicht mehr selbstständig nachdenken, denn ansonsten wird man von der Gedankenpolizei liquidiert. Über die Fernseher, die in beide Richtungen funktionieren, dass bedeutet sie überwachen auch die Bevölkerung, wird Hass auf einen Parteifeind Emmanuel Goldstein und schweißt damit die Bevölkerung zusammen. Niemand scheint zu bemerken, dass dieser Feind vollkommen auswechselbar ist, denn ansonsten wäre das ja Doppeldenk. Dies ist ein Wort einer neuen Sprache, Neusprech, die die Gedankenfreiheit einschränken soll. Die Prolen der Partei lauten:
KRIEG IST FRIEDEN
FREIHEIT IST SKLAVIEREI
UNWISSENHEIT IST STÄRKE
Zudem wird die neue Weltauffassung auch deutlich durch die Ministerien. Das Ministerium der Wahrheit ist dafür da, die Vergangenheit zu fälschen, also zu Lügen. Das Ministerium der Liebe foltert und das Ministerium für Frieden beschäftigt sich mit dem Krieg.
Der Protagonist Winston Smith arbeitet beim Ministerim für Wahrheit in London und beschäftigt sich dort mir Zeitungsartikeln. Er gehört zwar zur Äußeren Partei, lehnt allerdings das totalitäre System ab. Langsam wird er immer mehr mit seinen eigenen Gedanken konfrontiert und findet auch noch eine Mitstreiterin.
2.     Schreibstil: Das war jetzt wirklich sehr viel Inhalt, allerdings weniger zu der Handlung, als zu der Welt in der 1984 spielt. Zudem muss ich auch noch sagen, dass die Handlung schon wichtig ist, aber auch nicht alles entscheidend, denn das wichtigste des Buches ist für mich die Atmosphäre, die kreiert wird. Man kann sich gut in diese Welt hineinfühlen und fühlte sich ständig beobachtet. Kann es in unserer Welt auch zu einem absoluten Überwachungsstaat kommen? Man muss natürlich auch dran denken, dass das Buch 1848 geschrieben wurde und damals gab es noch nicht den gläsernen Menschen von heute. Umso beeindruckender ist das Buch heutzutage. Zudem spielt natürlich auch die Sprache eine sehr wichtige Rolle in 1984, da George Orwell eine ganz neue Sprache erschafft. Neusprech. Diese Sprache versucht die Kreativität und das eigene Denkvermögen einzudämmen. Wie wäre das in unserer Welt?
3.     Charaktere: Unser Hauptcharakter scheint der einzige zu sein, der hinter die Kulissen der Partei gucken kann. Daher macht er sich auch einem Gedankendelikt schuldig. So sehen wir also die richtige Welt und wie diese die anderen Menschen manipuliert. Etwas später im Buch kommt unser Charakter mit einer anderen Person stärker in Kontakt. Diese fand ich recht sprunghaft und komisch, allerdings passte dies irgendwie. Ansonsten kommen die unterschiedlichen Charaktere eben nicht so stark miteinander in Kontakt, denn alles wird überwacht und der kleinste Fehlschritt kann den Tod bedeuten. Zudem möchte ich noch bemerken: Eigentlich ist ein Hauptcharakter ja immer sehr sympathisch, allerdings finde ich, dass das in diesem Buch meiner Meinung nach, nicht der Fall ist.
4.     Umsetzung: Das Buch ist unterteilt in drei Abschnitte. Da ich die Handlung nicht spoilern möchte, werde ich nicht sagen, worum sich die Teile drehen, allerdings ist der erste Teil eher dazu da die Welt zu erklären und zu verstehen. Ich muss sagen, dass ich mich zu Anfang etwas gelangweilt habe, aber mit dem Ende des ersten Teils kommt auch die Spannung. Ab da wurde die Spannung aufgebaut und hielt ich bis zum Ende. Die echte Faszination geht vor allem von der neuen Welt und von diesem totalitären Überwachungssystem aus.
5.     Cover: Das Cover finde ich sehr passend und schlicht gehalten. Passend zu dem Buch, aber ich mag persönlich auch sehr schlichte Cover.
6.     Ende: Das Ende hat mich vollkommen schockiert zurückgelassen und der letzte Satz fasst im Grunde alles noch einmal zusammen. Die gesamte Entwicklung des Buches und das Ziel der Partei. Man sieht die Welt plötzlich durch vollkommen andere Augen und fragt sich, ob man sich auch so verändert hätte und die Welt nun anderes sehen würde. Ob die Propagandasendungen und die neue Sprache nicht jeden Menschen irgendwann in seinen Bann ziehen würden. Übrigens fand ich auch das Schlusswort von Daniel Kehlmann herausragend und sehr berührend. Vor allem die Herausstellung von einem der Leitmotive des Buches: dem Tod und die Verknüpfung mit dem Leben des Autors fand ich sehr interessant. Deshalb werde ich unter meiner Bewertung auch eine kleine Zusammenfassung von George Orwells Leben anhängen.
7.     Bewertung:

1.     Handlung:            38 / 40
2.     Schreibstil:          12 / 15
3.     Charaktere:         28 / 20
4.     Umsetzung:         10 / 10
5.     Cover:                      5/ 5
6.     Ende                     10 / 10

                                                        93 / 100

Gesamtwertung:   9.3 P
Genrewertung:      10 P

Das zweite Buch auf meinem Blog, dem ich zehn Punkte gebe neben die Straße von Cormac McCarthy und das mag schon etwas heißen!

George Orwells Leben:
Am 25. Juni 1903 wurde George Orwell unter dem Namen Eric Arthur Blair geboren. Seine Kindheit verbrachte er in England. 1922 ging er zur Kolonialpolizei im heutigen Myanmar, doch kehrte aufgrund von gesundheitlichen Problemen 1927 nach Europa zurück und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Erfahrungen verarbeitete er in dem Buch Down and Out in Paris and London, welches er unter dem Pseudonym George Orwell veröffentlichte. Zudem war George Orwell schon früh gegen jede Art vo Unterdrückung und unterstützte den Sozialismus. Er kämpfte im spanischen Bürgerkrieg und kam schwer verwundet zurück. Seine Erfahrungen schilderte er in seinem Buch Mein Katalonien, dass er 1938 veröffentlichte. Während des Zweiten Weltkriegs schrieb er für die BBC und zahlreiche Zeitungen. Parallel arbeitete er an seinen großen Romanen. Im Jahre 1945 erschien Animal Farm eine bissige Satire auf die Russische Revolution und 1948 erschien 1984. 1050 erlag George Orwell seiner Krankheit (Tuberkulose), die er seit seiner Kindheit hatte. Sätze wie „Big brother is watching you“ sind in unseren heutigen Sprachgebrauch übergegangen.

Die heutige Kritik war ja etwas anderes aufgebaut. Wie findet ihr das? Gerne auch Kritik an der Kritik! *grins*

Bildquelle: Verlag, JPG
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