Dienstag, 4. April 2017

Film vs. Buch: Game of Thrones - Artikel

Film vs Buch


Game of Thrones; Eine häufig infrage gestellte Serie, hochgepriesene Bücher und definitiv eines: Ein riesiges Werk, vielfältig, überraschend - auch im negativen Sinne -, jedoch einfach genial.
Viele Leute hassen die Serie aus diversen Gründen: Sie dauert zu lange, ist zu brutal oder auch einfach nur, weil einem gelegentlich die liebsten Charaktere sterben.
Selbiges kann man natürlich auch zu den doch sehr umfangreichen Büchern sagen.
Eines vorweg: Diese Serie ist ab sechzehn und ja, diesmal ist die Altersbegrenzung auch tatsächlich gerechtfertigt.
Game of Thrones spielt in einer mittelalterlichen Umgebung und während andere Serien oder auch Bücher gerne die Teile weglassen, wo man beispielsweise sieht, wie jemand getötet wird, sondern nur nach einem schwarzen Bildschirm die Leiche zeigen, um die Fantasie des Zuschauers oder Lesers anzuregen, setzen die Macher von Game of Thrones ganz darauf alles zu zeigen, wer braucht schon Fantasie?
So finden sich doch in nahezu jeder Folge gewaltsame Tode oder Vergewaltigungen.
Um jedoch fair zu sein, muss man sagen, dass die Bücher in dieser Hinsicht nicht so schlimm sind.
Tatsächlich sind diese äußerst genial. Eine lange, recht komplizierte und immer wieder überraschende Handlung mit schier tausenden wichtigen Charakteren, bietet viel Stoff zum Nachdenken und auch zum Verwirrt sein.
Es war sogar die Absicht des Autors Bücher zu verfassen, deren Ende bzw. nächste Handlung nicht vorhersehbar ist - hat er geschafft -, was diese unglaublich spannend und fesselnd macht.
In Game of Thrones gibt es drei wichtige Handlungsstränge. Die Haupthandlung spielt in Westeros. Dies ist ein Kontinent, der in Sieben Königslande aufgeteilt ist, in denen jeweils der ansässige Lord regiert. Über diesen Lords steht der König. Westeros ist in starker Anlehnung an das Mittelalter entstanden, somit gibt es dort, wie auch früher, eine deutliche Grenze zwischen arm und reich. Die Menschen haben auch mit Dingen wie der Pest zu kämpfen und im Allgemeinen geht es dort sehr rau zu, also so, wie es früher eben war. Die Handlung beginnt fünfzehn Jahre nachdem Robert Baratheon in einer Rebellion den Thron erobert und eine lange Dynastie der Familie Targaryen beendet hat.
Doch inzwischen kommen wieder Spannungen zwischen den Adelshäusern auf und es kommt zu einem Streit um den Thron, wie der Titel schon sagt, mit blutigen Auseinandersetzungen, wobei „Spiel“ doch ein sehr banaler Ausdruck für das ist, was dort geschieht. Wer diesen am Ende gewinnt, ist nicht klar, was die Bücher und Serie so spannend macht.
Ein zweiter wichtiger Handlungsstrang ist an der Mauer, die Westeros vom Norden abtrennt und verhindert, dass Wildlinge oder Untote in das Königreich gelangen können. Diese Mauer besteht aus Eis und ist 482 Kilometer lang, rund 213 Meter hoch und über 8.000 Jahre alt. Noch währt in Westeros schon seit vielen Jahren der Sommer an, wobei im Norden trotzdem Schnee liegt, sonst würde die Mauer ja schmelzen und wir wollen uns gar nicht ausmalen, was diese Wassermassen anrichten würden. Doch eine Prophezeiung besagt, dass der nächste Winter, welcher vor der Tür steht, Jahrzehnte andauern wird und „Die Anderen“ in Westeros einfallen werden. Wer „Die Anderen“ sind, ist zunächst nicht klar.
Der dritte wichtige Handlungsstrang spielt in einem anderen Kontinent namens Essos.
Dort bereiten sich die letzten beiden Abkömmlinge der vorherigen Herrscherfamilie darauf vor, den Thron zurückzuerobern.
An dieser kurz gehaltenen Zusammenfassung kann man bereits die Komplexität der Handlung erkennen. Diese wird noch dadurch unterstützt, dass es in ganz Game of Thrones über eintausend namentlich genannte Charaktere gibt, wovon über dreißig wirklich wichtig sind. Ein Ziel des Autors George R. R. Martin war, realistische Charaktere zu erschaffen, wobei nie jemand ein wirklicher Held wie Harry Potter ist, aber auch die, die zunächst Böse wirken, oft aus verständlichen Gründen und guten Absichten handeln.
In einem Interview sagte Martin einmal, dass er sich mit Game of Thrones von den üblichen Heldengeschichten absetzen wolle, in denen es immer Charaktere gebe, die von zwanzig Personen beschützt würden und von denen man wisse, dass sie überleben würden.
Er will, dass seine Leser Angst haben die nächste Seite aufzuschlagen, wenn ein wichtiger Charakter in Gefahr ist, weil man nie wissen kann, ob er überleben wird.
Und genau das ist, was Game of Thrones, obwohl es in einer fiktiven Welt mit übernatürlichen Kreaturen spielt, so realistisch und spannend macht.
Jedoch sind die Bücher nur etwas für Leute, die sehr gerne und wirklich sehr viel lesen, wer nicht so viel Leseausdauer hat, schaut sich lieber die auch sehr gute und beliebte Serie an, sofern er kein Problem mit einer Menge Kunstblut und gut nachgestellten Todesschreien hat.
Ob man die Bücher oder die Serie nun mag, ist doch eine Sache des Geschmacks. Wer jedoch eine Menge Spannung, Highfantasy und viel Stoff für diverse Verschwörungstheorien liebt, der ist bei Game of Thrones goldrichtig, sofern die Eltern es erlauben, man sich nicht schon bei Harry Potter oder Herr der Ringe unter der Decke versteckt und - kleiner Spoiler - nicht beim Jump-Scare in den ersten zehn Minuten der ersten Folge aus dem Bett fällt.


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Amazon: Game of Thrones, erstes Buch

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