Sonntag, 4. Juni 2017

In die Wildnis – Alleine nach Alaska - Jon Krakauer


In die Wildnis – Alleine nach Alaska

Genre: Abenteuerroman/Sachbuch
Autor: Jon Krakauer
Verlag: Piper Verlag
Preis: 10 €
Seiten: ca. 300
ISBN: 978-3492250672

In die Wildnis
Bildquelle
    1.   Handlung: Chris McCandless Leiche wurde im August 1992 im Eis von Alaska gefunden. Doch warum war Chris McCandless ganz alleine in der Wildnis gestorben? Er hatte einen Ausstieg aus der für ihn vergifteten Gesellschaft gewagt, doch um den schrecklichen Preis des Todes.
Jon Krakauer, Wissenschaftsjournalist für amerikanische Zeitschriften (z.B. Outside), vergleicht dieses Schicksal und die Sehnsüchte dieses Mannes mit anderen Aussteigern.
2.     Schreibstil: Jon Krakauers Schreibstil ist sehr besonders, da er in erster Linie Journalist ist und kein Schriftsteller. In seinem Bestseller In eisige Höhen fielen diese Feinheiten nicht so stark auf, da es seine eigenen Erlebnisse waren. Dadurch konnte er an vielen Stellen auch emotionaler schreiben und das konnte dem Buch Leben einhauchen. In In die Wildnis kommt er allerdings kaum über die Sachlichkeit hinweg.
Es gibt zudem viele Zitate, entweder von Chris selber aus seinen Tagebüchern und Postkarten, von Autoren die Chris liest oder auch von vergleichbaren Aussteigern. Diese Zitate sind auch immer passend ausgewählt, aber natürlich machen sie es auch schwer der Geschichte von Chris weiter zu folgen. Auch der Schreibstil ist in dieser Hinsicht nicht wirklich unterstützend, da er den Leser nicht fesselt, eher informiert. Es ist schwer dranzubleiben, wenn einen die Thematik an sich nicht vollkommen fasziniert.
3.     Charaktere: In dem Buch kann man den Charakteren leider nicht wirklich viel Bedeutung beimessen, da das Buch nicht die Geschichte von Chris McCandless erzählt, sondern eher eine Art Argumentation für Chris Entscheidung ist. Auch die Nebencharaktere sind im Grunde nur Begleiter auf seinem Weg in die Wildnis und werden an manchen Stellen sogar als Interviewpartner Krakauers dargestellt. Zudem sind es selbstverständlich alles echte Personen an welchen nicht erfunden ist.
Ich beziehe die Kategorie trotzdem mit ein, da der Buchrücken andere Erwartungen schürt. Die Charaktere sind alle relativ kalt und nüchtern dargestellt. Das mag daran liegen, dass Krakauer den echten Personen nicht irgendetwas andichten wollte, führt allerdings dazu, dass man sich als Leser nicht identifizieren kann und Beobachter bleibt.
4.     Umsetzung: Um Grunde wird Chris McCandless Reise anhand von Tatsachen und Interviews dargestellt. Aber es ist auch anstrengend aufgrund eines aufzählungshaften Schreibstils bei welchen die Stationen von Chris Reise nach Alaska nur beschrieben werden. Allerdings finde ich die Reihen folge der einzelnen Szenen sehr gut gewählt und daran erkennt man Krakauers Niveau.
Störend fand ich allerdings auch, dass unzählige Vergleiche zu anderen Aussteigern gezogen werden, sowie auch mit Krakauer selber. Dadurch entfernt man sich von Chris als Hauptfigur. Diese Schilderungen sind auch sehr lang und nehmen dadurch die Spannung, die sowieso kaum entsteht, da man den Ausgang schon von Anfang an kennt. Zudem wirkt das ganze Buch wie eine Argumentation für Chris Entscheidung und es wird auch nicht wirklich offen gelassen wie man selber dazu stehen kann, da die Meinung Krakauers sehr stark durch kam.
5.     Cover: Filmcover, welches sehr gut für den Film passt, aber nicht für das argumentationsartige Buch.
6.     Bewertung:

1.     Handlung:           30 /40
2.     Schreibstil:         10 / 25
3.     Charaktere:          4 / 10
4.     Umsetzung:       10 / 20
5.     Cover:                    2 / 5

                                                        56 / 100

Gesamtwertung:   5.6 P
Genrewertung:      7 P

Verlag Link: Piper Verlag

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