Sonntag, 4. Juni 2017

Film vs. Buch: In die Wildnis – Alleine nach Alaska


Film vs. Buch


Film
Buch
Produzent: Sean Penn
Filmstudios: Universum Film GmBH
Länge: 148 min
Preis: 6,50€
Schauspieler: Emile Hirsch
Autor: Jon Krakauer
Verlag: Piper
Seiten: ca.300
Preis: 10€
ISBN: 978-3492250672

Film und Buch unterscheiden sich und das in ihrem gesamten Aufbau und auch der Intention. Wenn man also vom Film begeistert und total berührt ist, dann wird man vom Buch enttäuscht sein. Wer allerdings zuerst das Buch liest ohne Erwartungen und aus Interesse am „Aussteigertum“ wird vielleicht begeistert sein.
Erst einmal zum Inhalt: Es geht um Chris McCandless, der sich in der Gesellschaft unverstanden und unwohl fühlt und aufgrund dessen aussteigt. Er begibt sich dafür auf eine abenteuerliche Reise in die Natur, die natürlich auch einige Gefahren birgt. (für mehr Informationen meine Buchkritik hier).
Der Film begleitet Chris McCandless auf seinem gesamten Lebensweg. Von seiner Geburt bis zu seinem Erwachsenenleben. Diese Abschnitte werden auch einzeln im Film betitelt. Zudem verläuft der Film durch zwei Zeitebenen hinweg chronologisch um Gegensatz zum Buch. Der Film setzt sehr stark auf Emotionen. Man identifiziert sich mit Chris und kann jede seiner Entscheidungen nachvollziehen. Das Buch hingegen beschreibt eher sachlich die einzelnen Stationen von Chris aus der Sicht seiner Freunde, die er auf dem Weg trifft und die ihre Erlebnisse in Interviews darstellen.
Der Film ist sehr philosophisch und lässt einem viel Raum zum Nachdenken. Das Buch vertritt sehr stark die Auffassung des Autors, die allerdings auch differenziert dargestellt wird. Er bezieht dabei auch auf andere Meinungen mit ein und doch wird unmissverständlich deutlich welcher Meinung Krakauer ist. Zudem stellt das Buch die Auswirkungen auf die Umwelt von Chris da. Das lässt das Buch fast vollkommen aus.  Auch andere Aussteiger werden in dem Buch erwähnt und mit Chris verglichen, allerdings nicht im Film, da dort ihr die Geschichte erzählt werden möchte.
Das Buch ist also eher argumentativ als erzählend und bildet somit eine Art Ergänzung zum Film, aber keine 1:1 Grundlage. Daraus wäre nämlich eine Dokumentation entstanden.
Alles in allem muss ich sagen, dass mich der Film sehr berührt hat und ich aufgrund dessen unbedingt das Buch lesen wollte. Ich hatte leider vollkommen falsche Erwartungen fand das Buch aber auch nicht schlecht. Schade ist, dass auch der Klappentext andere Erwartungen schürt. Vielschichtiger ist sicherlich das Buch. Es beleuchtet mehrere Seiten und auch die Folgen die aus einem Handeln entstehen können, aber der Film ist unbestreitbar um ein vielfaches fesselnder und unterhaltender. 

Link zum Buch: In die Wildnis
Link zum Film: Into the Wild

Bildnachweis: Pixabay - Free-Photos

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